Suppe. Ein partizipatives Kunstprojekt im Lendhafen von Hans Schabus

Eröffnung: 30. August 2019, 19:00, Lendhafen

Dauer: 30. August bis 14. September

Austria / Kärnten / Klagenfurt / Lendhauer / "Suppe" partizipatives Kunstprojekt von Hans Schabus im Lendhafen Klagenfurt
Foto: Johannes Puch

Hans Schabus beschäftigt sich in seinem partizipativen Kunstprojekt „Suppe“ mit dem Ort Lendhafen und dessen sozialer Funktion in der Stadt. Ein Haufen Brennholz wird im Hafen gelagert und eine Feuerstelle errichtet, die über mehrere Wochen Tag und Nacht brennen wird. Am Feuer wird eine „Suppe“ gekocht, die rund um die Uhr von allen gegessen werden kann. Das Feuer, durch die Verwandlung von Holz in Hitze wahrscheinlich eine der wichtigsten Errungenschaften in der Kulturgeschichte des Menschen, bringt uns zurück zum Ausgangspunkt von Gesellschaft. Das grundsätzlich Gemeinsame als Prinzip der kulturellen Ordnung des Zusammenlebens.

Der Ort der Arbeit „Suppe“, die Stadt, ist im Gegensatz dazu das bisherige Ende dieser Entwicklung des Zusammenlebens in der westlichen Welt, ein Gegenüber zu dem, was gemeinhin unter „Wald“ verstanden wird. Die Verdichtung von Wohnraum, der Verlust von Freiräumen und Naturräumen, der gesellschaftliche Druck der Normierung erschwert oftmals Entwicklungen, die sozial in diesem hochkomplexen Raum notwendig wären. Es stellt sich naturgemäß die Frage, was denn ein sinnvolles Miteinander in der Stadt bedeutet.

Die Arbeit „Suppe“ von Hans Schabus wird einer Laborsituation gleich einen für die Stadt ungewöhnlichen Begegnungsraum schaffen. Möglicherweise werden hier Grenzen von Gesellschaft klarer oder erweitert, vielleicht entstehen neue Freiräume und Beziehungen und der Blick auf den sogenannten „öffentlichen Raum“ der eigenen Stadt verändert sich.

Gewöhnlich steht ein Baum ja nicht alleine. Der Baum ist wie der Mensch ein Gemeinschaftswesen. Die Bäume bilden als Wald eine Gemeinschaft, eine Versammlung, in der sie miteinander kommunizieren und mehr als nur einen Raum bilden.

Das Feuer ist in diesem Sinne ein Äquivalent für die Versammlung von Menschen, ein Fluchtpunkt für die Transformation und das Verweilen rundherum. Die Suppe ist ein Werkzeug für das Teilen und das Verbinden, gleichsam der Klebstoff, der die Stadt zusammenhält. Es ist ein Angebot an alle, zur Feuerstelle zu kommen, dort Zeit zu verbringen und gemeinsam von der Suppe zu essen.

Foto: Andrea Hlatky

Hans Schabus

Hans Schabus wurde 1970 in Watschig / Österreich geboren und lebt in Wien. Von 1991 bis 1996 studierte er Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2012 unterrichtet er an der Universität für angewandte Kunst, wo er die Abteilung für Skulptur und Raum leitet. Hans Schabus zeigt seine Arbeiten seit 1992 im nationalen wie internationalen Kontext.

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Foto: Johannes Puch